Erdbeben in Österreich

  • Erdbeben in Österreich © ZAMG

Im Jahr 2021 wurden bereits mehr als 40 Erdbeben in Österreich gemeldet. Durchschnittlich werden 48 Erdbeben pro Jahr von der Bevölkerung in Österreich wahrgenommen - dies entspricht im Mittel etwa vier Erdbeben pro Monat. Die meisten Beben machen sich durch ein deutliches Rütteln bemerkbar, doch etwa alle zwei bis drei Jahre muss in Österreich auch mit leichten Gebäudeschäden durch ein stärkeres Erdbeben gerechnet werden. Schwere Schäden an Gebäuden (I0 > 8° EMS) kommen bedeutend seltener vor, hier beträgt die durchschnittliche Wiederkehrperiode etwa 75 Jahre.

Die typischen Erdbebengebiete

Erdbeben entstehen, wenn sich Spannungen im Untergrund ruckartig lösen, die durch die Bewegung tektonischer Platten aufgebaut wurden. In Europa wird das tektonische Spannungsfeld von der Adriatischen Platte bestimmt, die nach Norden driftet und auf die Eurasische Platte trifft. Eine Folge dieser Kollision ist die Auffaltung der Alpen, die in Zusammenhang mit der Erdbebenaktivität steht.

Grundsätzlich können beinahe überall in Österreich Erdbeben vorkommen. Wie sich in der Epizentrenkarte deutlich abzeichnet, liegen die meisten Erdbeben jedoch im Bereich der bedeutenden, tektonisch aktiven Zonen Österreichs. Dazu gehören:

- Rheintal in Vorarlberg
- Inntal und Seitentäler
- Mur- und Mürztal
- Semmeringgebiet
- Wiener Becken

Für Österreich

Wie verhalte ich mich richtig vor, während und nach einem Erdbeben in Österreich?

Die Gebiete Österreichs, die regelmäßig von Erdbeben betroffen sind, können schon an Hand der Epizentrenverteilung der gefühlten Erdbeben (Intensität ≥ 3°) erkannt werden. Es ist deshalb in diesen Regionen wichtig, sich die folgenden Punkte vor Augen zu halten, um eventuelle Schäden durch Erdbeben zu verringern. Aus diesem Grund erstellte der Österreichische Erdbebendienst für Sie diesen nützlichen Verhaltensratgeber.

Vor einem Erdbeben in Österreich:

  • Die Baunorm ÖNORM EN 1998-1 (siehe untere Abbildung) beachten. Das Haus gut instand halten, vor allem stets für einen guten Bauzustand von Schornsteinen, Balustraden, Dachrinnen und dergleichen sorgen.

  • In der Wohnung schwere Möbel in der Wand gut verankern. Warmwasserspeicher gut befestigen. Über den Betten keine schweren Bilder oder Regale aufhängen.

  • Sichere Plätze in der Wohnung festlegen. Im Allgemeinen sind diese Plätze in der Nähe von tragenden Wänden im Inneren des Gebäudes, unter Türstöcken, allenfalls auch unter einem stabilen Tisch (Schutz vor herabfallenden Deckenteilen).

  • Sich mit der Umgebung vertraut machen. Die Lage des Hauptschalters für den elektrischen Strom und der Absperrventile für Gas und Wasser einprägen. Auch die Nachbarn darüber informieren.

Während eines Erdbebens in Österreich:

  • Im Haus weilende Personen sollen die schon früher ausgewählten Plätze aufsuchen und das Ende des Erdbebens abwarten. Die Nähe von Fenstern meiden. Nicht ins Freie laufen.

  • Im Freien befindliche Personen sollen dort bleiben und einen Sicherheitsabstand zu Gebäuden und elektrischen Freileitungen einhalten, um nicht durch herabfallende Bauteile, wie Dachziegel, Schornsteine, Balustraden oder Leitungen gefährdet zu werden. Unter Sicherheitsabstand ist normalerweise fünf Meter zu verstehen. In engen Straßen, wie sie z. B. in Stadtzentren vorkommen, am besten den nächsten Hauseingang oder die nächste Hauseinfahrt aufsuchen.

Nach einem starken Erdbeben in Österreich:

  • Im Haus: Bauschäden überprüfen. Offene Feuer (Kamin, Kerzen etc.) löschen, den elektrischen Strom mit dem Hauptschalter ausschalten und die Haupthähne von Gas und Wasser schließen. Bei Einsturzgefahr das Haus mit Notgepäck umgehend verlassen.

  • Bei Schäden am Gebäude, insbesondere Kamin: Häuser und Wohnungen erst wieder betreten, wenn diese von Fachleuten als sicher bezeichnet wurden. Draußen Sicherheitsabstand zu Gebäuden einhalten, weil Nachbeben weitere Schäden verursachen können und Gebäudeteile herabstürzen können.
    Radio einschalten und Instruktionen über das weitere Verhalten abwarten.

Weitere Informationen finden Sie im Erbebenschutz Ratgeber des BMI, siehe unten angeführt zum Download.

Quellen: ZAMG, BMI Erdbebenschutz Ratgeber

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