Kohlenmonoxid-Vergiftungen steigen bei Hitzewellen

  • CO © Lebensministerium

Bei hohen, sommerlichen Außentemperaturen lauert eine noch vielfach unbekannte Gefahr: Mobile Klimageräte können bei falscher Verwendung lebensgefährlich sein. Denn im Verbund mit einem Gasgerät kann ein Abgasrückstau mit giftigem Kohlenmonoxid (CO) entstehen, d.h. die Abgase einer Gastherme können manchmal im Kamin nicht richtig abziehen. Sie strömen dann in die Wohnung. Das im Abgas enthaltene Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und kann tödlich sein. Abluftventilatoren und mobile Klimageräte ziehen zusätzlich die Luft an. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der das giftige Kohlenmonoxid vom Kamin in die Wohnung saugt. Weitere Informationen zu Kohlenmonoxid sowie zu CO-Vergiftungen finden Sie unter mehr bzw. informiert auch die MieterHilfe kompetent und kostenlos!

Kohlenmonoxid ist ein gefährliches, giftiges Gas, welches trotz der vielen Verletzten und tödlich verunglückten Personen unterschätzt bzw. nicht erkannt wird. CO-Vergiftungen treten nicht nur bei Gasfeuerstätten auf, sondern auch bei Feuerstätten, welche mit flüssigen oder festen Brennstoffen betrieben werden. Es wird häufig als stiller Mörder bezeichnet, da es weder Geruch noch Geschmack besitzt und nicht zu sehen ist. Genau wie Sauerstoff wird CO beim normalen Atmungsvorgang über die Lungen vom Körper aufgenommen. Es steht im Wettstreit mit dem Sauerstoff, indem es diesen in den roten Blutkörperchen verdrängt und damit die Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und anderen lebenswichtigen Organen verringert. In hoher Konzentration tötet CO innerhalb von Minuten.

Viele Fälle gemeldeter Kohlenmonoxid-Vergiftungen zeigen, dass die Opfer sich zwar bewusst sind, dass es ihnen nicht gut geht, dass sie aber die Orientierung verlieren und sich nicht retten können, z.B. durch verlassen des Gebäudes oder durch rufen nach Hilfe. Besonders im Schlaf ist die Wirkung gefährlich, da das Opfer normalerweise nicht aufwacht.

Symptome einer CO-VergiftungGefahrenpiktogram Giftig ©.

Folgende Symptome können auf eine CO-Vergiftung hindeuten. Deshalb sollten sie alle Bewohner des Haushalts kennen:

  • Milde Einwirkung: Leichte Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit (häufig als "grippeähnliche" Symptome beschrieben).
  • Mittlere Einwirkung: Starke, pochende Kopfschmerzen, Benommenheit, Verwirrungsgefühl, Herzrasen.
  • Extreme Einwirkung: Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Herz- und Lungenversagen, Tod.

Richtiges Verhalten bei Verdacht auf einen CO-Austritt

  • Öffnen Sie zur Lüftung Ihrer Wohnung alle Türen und Fenster, schalten Sie alle Geräte aus.
  • Alle Personen müssen schnellstmöglich die Räume bzw. das Gebäude verlassen - wichtig ist Frischluft!
  • Gegebenenfalls Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.
  • Notruf absetzen (RETTUNG 144, FEUERWEHR 122)
  • Die Einsatzkräfte über die Möglichkeit einer erhöhten CO-Konzentration informieren.

Mögliche Kohlenmonoxid Quellen

  • Gasthermen
  • Abzugsstörungen
  • Bauliche Schäden an Rauchfängen
  • Verschmutzte Feuerstätten
  • Rauchfangbrand
  • Wasserpfeifen bzw. Zigaretten
  • Motorbetriebene Werkzeuge (Motorsäge)
  • Notstromaggregate
  • Brände
  • Tiefgaragen
  • Pellets Lagerräume

Vermeidung von CO-Unfällen

  • Im Fachhandel erhältlich sind CO-Warngeräte (CO-Melder) für den Hausgebrauch.
  • Lassen Sie regelmäßig den Kohlenmonoxid-Gehalt der Abgase von Feuerstätten durch den Rauchfangkehrer überprüfen.
  • Auch eine regelmäßige Service-Durchführung des Gasfeuerungssystems durch einen Fachbetrieb ist wichtig.
  • Bei nachträglichen Einbauten von dichteren Fernster, Türen, Rollläden, Ventilatoren, Dunstabzugshauben, Klimaanlagen etc. sollten Sie einen Rauchfangkeher kontaktieren.
  • Auch bei gleichzeitigem Betrieb eines Ofens im Wohnraum und der Verwendung einer Dunstabzugshaube kann eine gefährlich CO-Konzentration entstehen.
  • Durch unsachgemäße Lagerung von Holzpellets kann ebenfalls Kohlenmonoxid entstehen - sorgen Sie auch hier für eine wirksame Lüftung.

Kohlenmonoxid - 365 Tage Gefahr

Die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung besteht das ganze Jahr über, nicht nur in der "Heizsaison". Da im Sommer die Rauchfänge nur geringen bis CO Wetter ©.keinen Auftrieb aufweisen und die Feuerstätten nur für Warmwasserbereitstellung verwendet werden, is CO auch im Sommer eine Gefahr.

Tipp: Bei Benutzung von Gasthermen bei sommerlichen Temperaturen sollten Sie immer ein Fenster geöffnet lassen.

Quellennachweise:

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